Wer nicht wagt, der nicht verliert?

Soll ich springen, etwas wagen? Ist Schwäche auch eine Stärke? Und ein Verlust gleichzeitig ein Gewinn? Ja, ja und noch mal ja. Denn das Leben ist zu kurz, um den Mund zu halten und Zeit für Ungewissheiten zu vergeuden.

von Charlotte

Wer nichts wagt, verliert auch nichts. Da ist was dran. Ich bin der wahrscheinlich risikoscheuste Mensch, den man sich vorstellen kann. Deshalb erledige ich Dinge am liebsten sofort, habe meistens einen Plan B und einen krisensicheren Job. Aber es gibt Momente im Leben, die zwingen einen zu Entscheidungen und auch wenn ich – risikoscheu wie ich bin – die Konsequenzen kenne und gut abwäge, treffen sie einen manchmal dann doch wie ein Schlag. Endgültigkeit ist eigentlich ganz mein Ding. Aber nur solange ich entscheide, ob etwas endgültig ist. Leider überrascht mich die Konsequenz anderer dann doch manchmal, aber ein Verlust ist auch ein Gewinn. Mein jüngster Kollateralschaden hat mich zwar selbst bis ins Mark getroffen, aber ab und an muss man solche Schäden in Kauf nehmen, um sich selbst zu schützen. Denn um aus meinem derzeitigen Lieblingshit zu zitieren: I’ve been quiet for too long. Die Zeit ist manchmal einfach reif für Wagnisse, seien sie noch so waghalsig.

Ich habe so vieles gelernt in den letzten Jahren und es ist gar nicht lange her, dass ich tönte, es ginge mir ganz fabulös. Gerade geht es mir nicht ganz so fabulös, aber wenn ich etwas gelernt habe, dann ist es, die Dinge anzunehmen, wie sie sind und ihnen das Positive abzugewinnen. Ich habe etwas getan, über dessen Auswirkungen ich mir mehr als bewusst war, die aber deshalb nicht weniger schlimm für mich waren. Und aller Traurigkeit zum Trotz weiß ich, dass ich das Richtige getan habe, genau genommen das Richtigste. Ich habe einen Verlust erlitten, der mich etwas gelehrt hat: man wächst auch daran, es macht keinen Sinn, immer das Risiko zu scheuen, man muss auch mal springen und wagen, selbst wenn man dadurch verliert. Denn was ich daraus gewinne ist die Erkenntnis, dass ich lebe, dass ich Traurigkeit verkrafte, dass ich etwas fühle, nicht stumpf durch die Welt gehe, allen Ereignissen der Vergangenheit zum Trotz wieder etwas erleben werde und sei es bloß das Gefühl von Wut, Trauer oder Ratlosigkeit. Alles ist besser als nichts zu fühlen.

Die Kommentierung ist leider schon zuende.

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